Kundeneinsatz, Produktwelt
Smart vernetzte Fördertechnik
22.10.2026
Moderne Intralogistik mit hohem Automatisierungsgrad setzt nicht auf das Nebeneinander smarter Komponenten, sondern auf die intelligente Vernetzung von verlässlicher Sensorik, KI-gestützter Software sowie leistungsstarker Fördertechnik und Flurförderzeuge, um Materialflüsse effizient und dem Bedarf entsprechend vorausschauend zu steuern.
Gemeinsam mit AKL-tec und Linde konnte Suffel ein solches Gesamtsystem für den langjährigen Kunden KYOCERA Fineceramics Europe in Mannheim entwickeln und erfolgreich implementieren.
KYOCERA Fineceramics Europe – innovative technische Keramik
Die meisten Menschen werden beim Markennamen KYOCERA zunächst an Drucker und Büromaschinen denken – weit gefehlt.
KYOCERA Fineceramics Europe entwickelt und produziert technische Hochleistungskeramik für anspruchsvolle Anwendungen in der Elektro-, Sensor-, Medizin-, Halbleiterund Labortechnik sowie im Maschinenbau.
Die Keramikkomponenten werden in Systemen wie Sensoren, medizinischen Implantaten, Halbleiterausrüstungen und industriellen Maschinen verbaut. Der Standort Mannheim gehört zu KYOCERA Fineceramics Europe, einer Tochter der internationalen KYOCERA Gruppe mit Hauptsitz in Kyoto, Japan. Am Standort Mannheim sind über 350 Mitarbeitende beschäftigt.
Eine Frage der Konturen
Durch steigende Bedarfe einer Produktionslinie sowie begrenzte Produktions- und Lagerkapazitäten hatte KYOCERA Fineceramics Europe den Neubau einer Hochregallagerhalle vorangetrieben, um eine zentrale, automatisierte und zukunftsfähige Logistiklösung zur Erhöhung der Prozesssicherheit zu schaffen. Bei Projektstart war der Hallenbau bereits in vollem Gange – die Logistiklösung musste also den gegebenen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Bereits in den ersten Beratungsgesprächen mit der Schuster Technische Anlagen GmbH sowie der anschließend gemeinsam durchgeführten Bedarfsanalyse vor Ort wurde schnell erkannt, dass ein wichtiger Parameter des Automatisierungsprojekts nicht unterschätzt werden darf: problematische Überstände falsch palettierter, verrutschter oder beschädigter Güter im Wareneingang. Schon wenige Zentimeter Überstand können die autonome Einlagerung gefährden und im laufenden Betrieb zu massiven Störungen oder gar Schäden führen. Dies ist angesichts der Vielfalt an Palettenarten und -größen sowie unterschiedlichsten palettierten Gebinden wie Fässern, Säcken und Stückgut bei KYOCERA Fineceramics Europe wahrscheinlicher als bei Wareneingängen mit immer gleicher Standardware.
Im Zentrum der gewählten Lösung steht ein smartes Trio: intelligente Konturenerkennung von AKL-tec, das Linde Warehouse Managementsystem und der fahrerlose Linde K-MATIC mit Triplex Hubmast Heavy Plus – ein speziell konfigurierter Hochleistungsstapler für maximale Hubhöhen und schwere Lasten im Schmalgangbereich.
Gesteuert wird das Gesamtsystem über eine intuitive Anwenderoberfläche via Tablet oder PC, bequem am Smartphone oder direkt am Display des Schmalgangstaplers.
Mit der gemeinsam realisierten Lösung sind unsere Materialflüsse deutlich effizienter geworden.
Besonders überzeugt haben uns die professionelle Projektabwicklung, die hohe Lösungsorientierung sowie die partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Intelligente Konturenkontrolle von AKL-tec
Aus Platzgründen entschied man sich gemeinsam für ein an der Hallendecke angebrachtes 3D-Scannersystem als „fliegende Konturenkontrolle“ – ergänzt um einen wandseitig in Bodenhöhe platzierten Scanner.
Das speziell modifizierte Komplettsystem vermisst innerhalb weniger Sekunden die Palettenkontur inkl. Ware am Übergabepunkt allseitig, um problematische Überstände auszuschließen und die Palette freizugeben – oder mit einer Warnmeldung als „nicht in Ordnung“ zu sperren. Die Konturenkontrolle kommuniziert dabei direkt mit dem Linde Warehouse Managementsystem.
Linde Warehouse Managementsystem
Die Lagerverwaltungssoftware entscheidet nach erfolgreicher Überprüfung der Palette über den idealen Einlagerungsort im Hochregallager – für maximale Raumeffizienz. Die Einlagerungsmission wird anschließend an das fahrerlose Transportsystem weitergegeben.
Weitere Anwendungen bieten die zusätzlich eingerichteten Funktionen für Inventur- und Qualitätsmanagement.
Linde K-Matic Schmalgangstapler
Das fahrerlose Transportsystem nimmt die freigegebene Palette am Übergabepunkt auf und platziert sie am vorgesehenen Lagerort im Hochregal. Der automatisierte Materialfluss ist damit vollständig abgeschlossen – ohne zusätzliche manuelle Prüfschritte.
Nach erfolgreicher Testphase unter Realbedingungen konnte das Gesamtsystem komplett implementiert und an den Kunden übergeben werden.
Die Lösung hat auf ganzer Linie überzeugt und dazu geführt, dass bereits weitere Automatisierungsschritte im Bereich der Hallenreinigung sowie des Materialtransports auf dem Betriebsgelände in Planung sind – ebenfalls mit Suffel als Projektpartner.
Fliegen Sie jetzt aus der Pilotenperspektive durch das Hochregallager von KYOCERA Fineceramics Europe: